Zeitsachse

 

Gründung: 24.10.1920

1. Sitzung: 16:12.1920

 

1. Obmann: Matt

von 1920 bis 1922

 

2. Obmann: Karl Hackspacher

von 1922 bis 1923

 

3. Obmann: Eugen Meck

von 1923 bis 1924

 

4. Obmann: Georg Maier

von 1924 bis 1926

 

5. Obmann: Emil Schiller

von 1936 bis unbekannt

 

Weltkrieg

 

6. Obmann: Karl Hirsch

von unbekannt bis 1948

 

7. Obmann: Otto Äugle

von 1948 bis 1949

 

8. Obmann: Jakob Beutler

von 1949 bis 1959

 

9. Obmann: Jakob Bodmer

von 1959 bis 1961

 

10. Obmann: Edwin Lehnert

von 1961 bis 1963

 

11. Obmann: Jakob Bodmer

von 1963 bis1972

 

12. Obmann: Klaus Bodmer

von 1972 bis 1975

 

13. Obmann: Helmut Lindel

von 1975 bis 1977

 

14. Obmann: Roland Baamann

von 1977 bis 1999

 

15. Obmann: Joachim Nick

von 1999 bis 2010

 

16. Obmann: Roland Baamann

von 2010 bis 2012

 

17. Obmann: Daniel Grandy

von 2012 bis 2016

 

18. Obmann: Michael Storm

von 2016 bis

 

Ehrenobmann

 

Roland Baamann

seit 2000

 

Ehrenschiedsrichter


Klaus Bodmer

seit 2006

 

Rainer Domberg

seit 2008

 

Herbert Peichl

seit 2010

 

 

 

 

Chronik der Schiedsrichtergruppe Heidenheim (1920 - 2018)


Die Geschichte der Heidenheimer Fußballschiedsrichter begann am 24. Oktober 1920. An diesem Samstag trafen sich sieben Männer in der „Glocke“ in Heidenheim und beschlossen, den damals noch jungen Fußballsport auf ihre Weise zu unterstützen – als Schiedsrichter. Die „Schiedsrichter-Ortsgruppe Heidenheim“ wurde gegründet und lud am 16. Dezember zur ersten Zusammenkunft ein.

 

Aufnahme der Zwanziger Jahre: W. Ziegler, M. Meck, G. Batz, E.Deissinger, R. Maier, H. Rabus, J. Müller, O Häring, J. Schellenberger, W. Baier, Battran, E Schiller.

 

Waren es anfangs gerade 20 Schiedsrichter, die zur Gruppe gehörten, so wuchs der Personenkreis, der sich diesem Hobby verschrieb, stetig an: heute gehören 96 aktive und 38 passive Schiedsrichter zur Gruppe, wobei es schon Zeiten gegeben hat, in denen die Gruppe nahezu 200 Schiedsrichter zählte.

 

Die Geschichte der Heidenheimer Gruppe ist geprägt von stets gleichen Sorgen: Dem sinnvollen Auf- und Ausbau des Schiedsrichterwesens, der Auseinandersetzung mit den negativen Einflüssen von außerhalb des Spielfeldes und – man liest es in den alten Protokollen mit Schmunzeln – der immer wiederkehrenden Forderungen nach höheren Spesen. Heute sind die Sorgen um fehlende Schiedsrichter und das zurückgehende Interesse an dieser verantwortungsvollen Tätigkeit hinzugekommen.

 

Nachdenklich stimmte eine Zeitung aus dem Jahr 1935:

„Es ist festgestellt worden, dass immer die mit der krassesten Regelunkenntnis belegten Zuschauer und leider auch Spieler dem Schiedsrichter sein ohnedies schon sehr schweres Amt noch mehr erschweren.“

An dieser Erkenntnis hat sich bis heute nicht das Geringste geändert!

 

Die zurückliegenden 98 Jahre sind jedoch vor allem eine Geschichte der Schiedsrichter selbst, ihres oft missverstandenen und viel zu gering geschätzten Einsatzes für den Fußball, ihrer persönlichen sportlichen Erfolge, auch ihrer Enttäuschungen. Stellvertretend für alle Schiedsrichter, die während der vergangenen 98 Jahren zur Gruppe zählten, oder ihr derzeit angehören, soll durch die Aufzählung der Obmänner die Entwicklung des Schiedsrichterwesens im Kreis Heidenheim dargestellt werden.

 

Als erstes führte das Gründungsmitglied Matt die Gruppe. Er behielt dieses Amt bis zum 22. November 1921. Ihm folgte mit Karl Hackspacher gleichfalls ein Gründungsmitglied. Dessen Wahl wurde bei der Hauptversammlung am 29 März 1922 bestätigt. Außerdem wurde beschlossen, jene Schiedsrichter, die eine „Spielleitungs-Zustellung“ ohne triftigen Grund zurückgeben, mit 5 Mark zu bestrafen. Eine Maßnahme, die auch heutzutage überlegenswert erscheint!

 

Aufnahme der Zwanziger Jahre: M. Meck, W. Ziegler, G. Batz, R. Maier, H. Rabus, E.Deissinger, O Häring, J. Schellenberger, Battran, E Schiller.

 

Der Vorsitz von Karl Hackspacher dauerte bis zum 23. April 1923. Dann war er, wie das Protokoll vermerkt, „trotz aller schönen Redensarten“ nicht mehr zum Weitermachen zu bewegen. Die Wahl fiel schließlich auf Eugen Meck, der eine Gruppe mit 21 Schiedsrichtern übernahm, welche er am 06. September folgende Spesensätze mitteilte: 1.150,00 Mark bis zu sechs Stunden Abwesenheit, 1.725,00 Mark bis zu neun Stunden, 2.300,00 Mark bis zu 12 Stunden. Die Inflation beherrschte auch die Entschädigungen der Schiedsrichter.

 

Schon im Oktober 1923 suchten die Heidenheimer Schiedsrichter einen neuen Obmann, da Eugen Meck nach Ravensburg verzog. Sein Stellvertreter, Georg Maier aus Giengen, erklärte sich bereit, das Amt bis zur nächsten Hauptversammlung zu übernehmen. Diese fand am 02. Mai 1924 statt und bestätigt Georg Maier – ebenso wie die anderen Ausschussmitglieder – in seiner Funktion. Nur Kassier Fröscher sträubte sich gegen eine Fortführung seines Amtes. Im Protokoll heißt es, dass „alle Liebesmüh“ vergebens gewesen sei: „Er ließ sich nicht mehr halten, wohl infolge Überarbeitung.“

 

 

Georg Maier erledigte seine Aufgaben derart gut, dass sich die anwesenden 26 Schiedsrichter bei der nächsten Hauptversammlung am 17. April 1925 in seiner Wiederwahl einig waren. Heftige Diskussionen löste hingegen ein von Max Roedter gestellter Antrag aus, Versammlungen der Gruppe auch in Giengen abzuhalten, „da die Mitglieder von Giengen, Burgberg und Sontheim schon um 16.30 Uhr die Arbeit niederlegen müssen, um noch Züge nach Heidenheim zu erreichen“. Das Mitglied Rabus hielt dem entgegen, „dass Heidenheimder Sitz der Ortsgruppe sei“, weshalb man die Versammlung unter keinen Umständen im Verhältnis 1:1 unter den Städten aufteilen könne. Das Ergebnis der Debatte: Die Versammlung fanden zukünftig im Verhältnis 3:2 statt – dreimal in Heidenheim, zweimal in Giengen.

 

Am 24. April 1926 wählten die Schiedsrichter mit Wilhelm Ziegler aus Heidenheim einen Obmann, der viele Jahre der Gruppe vorstehen sollte. Während seiner Amtszeit häuften sich die Klagen über Unsportlichkeiten. Doch setzten sich die Schiedsrichter zur Wehr: So wurde den Mergelstetter Fußballern angedroht, ihre Spiele nicht mehr zu leiten, und einmal sogar beschlossen, beim Deutschen Fußball-Bund den Ausschluss eines Herbrechtinger Spielers zu beantragen, nachdem dieser einen Schiedsrichter geohrfeigt hatte.

 

 

Geringer wog dagegen das Problem des Kameraden Stäb aus Gerstetten, der am beabsichtigten Besuch der Versammlung deshalb gehindert war, weil er zum gleichen Zeitpunkt die Singstunde besuchen musste. Mit Freude wurde registriert, dass Max Roedter, Wilhelm Ziegler und Georg Maier im Jahr 1930 gleich drei Schiedsrichter aus dem Kreis die Ehrennadel der „Albgau-Schiedsrichter-Vereinigung“ verliehen wurde.

 

Am 02. September 1933 musste Wilhelm Ziegler bekannt geben, dass die Schiedsrichter-Ortsgruppe aufgelöst sei und nunmehr örtliche Arbeitsgemeinschaften gebildet werden müssten. Die Heidenheimer Schiedsrichter bekümmerte dies indes wenig. Zwar trugen sie zukünftig einen anderen Namen, beließen aber sonst alles beim Alten – auch den Vorstand – und lehnten entschieden eine Trennung Giengens von der Heidenheimer-Arbeitsgemeinschaft ab.

 

Nachdem Wilhelm Ziegler zehn Jahre die Heidenheimer Schiedsrichter geführt hatte, übergab er 1936 sein Amt an Emil Schiller. Dieser musste 1938 wieder einen neuen Namen verkünden, denn aus der Arbeitsgemeinschaft wurde die „Schiedsrichter-Untergruppe Heidenheim“.

 

Am 23. April 1938 wurde beschlossen, mit Rücksicht auf den weiten und mit Schwierigkeiten verbundenen Anfahrtsweg der Burgberger Schiedsrichter sich bei diesen zu treffen und dort ein Spiel auszutragen. Ob dieses Spiel tatsächlich am 28. Mai 1938 stattgefunden hat, kann nicht mehr festgestellt werden, denn die Protokollaufzeichnung enden zuvor: Der Weltkrieg stand vor der Tür und es Gab andere Aufgaben, als die Geschichte der Heidenheimer Schiedsrichter fortzuschreiben.

 

Nach dem Krieg, als sich – wie vieles andere – der Fußball und damit das Schiedsrichterwesen neu organisierten, taucht alsbald wieder der Name Burgbergs auf. Dieses Mal in Verbindung mit Karl Hirsch, dem ersten Obmann einer Zeit, die für einige der Heidenheimer Schiedsrichter nicht nur aus Erzählungen, sondern noch aus eigenen Erlebnissen und Erfahrungen besteht, aus Erinnerung an Männer, welche die Heidenheimer Gruppe neu geformt und wieder aufgebaut haben.

 

Zu diesen Männern gehörte Karl Hirsch, wenngleich er bereits am 24. April 1948 sein Amt an Otto Äugle übergab. Dieser schuf sich deshalb besondere Verdienste, weil er Schiedsrichterausrüstung zu günstigen Preisen besorgen konnte, was in der damaligen Zeit einiges an Geschick voraussetzte.

 

Am 23. April 1949 erfolgte die Wiederwahl Otto Äugles, der jedoch wegen einer schweren Erkrankung nur noch kurze Zeit einer Gruppe mit 28 Schiedsrichtern vorstand. Bereits am 29. Juli wurde Jakob Beutler zum neuen Obmann gewählt. Mit ihm begann eine Ära der endgültigen Stabilisierung, eine Zeit der Beständigkeit und der Vorwärtsentwicklung.

 

Im Jahr 1950 beging die Gruppe ihre 30-jähriges Jubiläum. Die Feier, zu der Kindern – so hatte es die Versammlung zuvor beschlossen – kein Zutritt gewährt wurde, fand am 21. Oktober in Heidenheim statt. Dabei wurde Wilhelm Ziegler als erstem Schiedsrichter in Württemberg die Ehrennadel des Württembergischen Fußballverbandes verliehen. Die Zufriedenheit der Gruppe mit Jakob Beutler zeigte sich in den darauffolgenden Jahren bei den Hauptversammlungen, als der Obmann stets in seinem Amt bestätigt wurde.

 

Am 14. März 1959 jedoch betrat mit Jakob Bodmer ein neuer Obmann die Bühne. Als erste große Aufgabe musste er das 40-jährige Jubiläum vorbereiten, wobei er seine Fähigkeiten unter Beweis stellte, denn die Feier am 09. Juli 1960 in Itzelberg wurde ein voller Erfolg.

 

Aus gesundheitlichen Gründen gab Jakob Bodmer am 11. März 1961 sein Amt zurück. Bei der Neuwahl sprachen sich die Schiedsrichter für Edmin Lehnert aus, dem es innerhalb kurzer Zeit gelang, neue Schiedsrichter zu gewinnen. So konnte er mit berechtigtem Stolz bei der Hauptversammlung 1962 auf einer Gruppe mit 49 Mitgliedern verweisen. Gesundheit und Beruf zwangen Edmin Lehnert aber 1963 zum Rücktritt.

 

Zu seinem Nachfolger wählte die Gruppe seinen Vorgänger: Jakob Bodmer. Ebenso wie Jakob Beutler prägte der neue Obmann in den folgenden zehn Jahren die Gruppe in vielerlei Hinsicht. Sein Verdienst im Einzelnen aufzuzählen, würde den Rahmen einer Chronik sprengen. Soviel ist indes gewiss: Der Name Jakob Bodmers wird im Kreis Heidenheim stets mit der Sache der Schiedsrichter in Verbindung gebracht werden.

 

Am 24. März 1972 wählten die Schiedsrichter mit Klaus Bodmer einen jungen, aber keineswegs unerfahrenen Obmann. Er stellte sein Wissen der Gruppe allerdings nur bis zum Jahre 1975 zur Verfügung und trat dann aus persönlichen Gründen zurück.

 

Helmut Lindel übernahm am 01. März 1975 die schwierige Aufgabe, einer Gruppe mit annähernd 100 Schiedsrichtern vorzustehen. Ganz seinem Wesen entsprechend widmete er sich besonders der Pflege der Kameradschaft. So ließ er die gute Tradition der jährlichen Kameradschaftsabende entstehen. Dennoch – auch Helmut Lindel legte den Führungsstab schon nach zwei Jahren in andere Hände.

 

In Nattheim wählte die Gruppe am 21. April 1977 schließlich mit Roland Baamann jenen Obmann, der dieses Amt so lange bekleiden sollte wie keiner seiner Vorgänger. Er hatte sich bei seinem Amtsantritt gewiss nicht erträumen lassen, dass er die Aufgabe und die Verantwortung des Obmanns 22 Jahre übernehmen würde, Für die Heidenheimer Schiedsrichter war er ein Glücksfall und ein Vorbild gleichermaßen. Denn er war lange genug selbst aktiver Schiedsrichter – und ein überaus erfolgreicher dazu -, um die Tätigkeit des Obmanns nur als reine Verwaltungsaufgabe zu begreifen. Ihm war schon damals bewusst, dass der erste Mann einer Schiedsrichtergruppe mehr tun muss, als lediglich Spielaufträge zu verteilen.

 

Kein Wunder also, dass in der Ära Baamann die Gruppe ihre sportlichen Höhepunkte erlebte und dass bei der Hauptversammlung am 25 September 1987 der damalige Bezirksvorsitzende die Heidenheimer Gruppe als „Aushängeschild des Bezirks“ charakterisierte.

 

In der Tat waren Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts neun Schiedsrichterteams aus dem Kreis Heidenheim auf den Spielfeldern von der Ober- bis zur Landesliga anzutreffen. So nahm es denn nicht wunder, dass mit Klaus Bodmer und Rainer Domberg zwei Schiedsrichter der Gruppe den Sprung in den bezahlten Fußball schafften. Als Schiedsrichter der 2. Bundesliga und als Schiedsrichter-Assistenten in der höchsten deutschen Spielklasse wurden beide auch zu internationalen Spielleitungen berufen. Sie schwärmen heute noch von ihren Einsätzen in Neapel, Parma oder Manchester.